Dienstag, 21. Februar 2017

Im Zeitplan

Ich kann nur ahnen, wie sehr mein Mann bewegt ist in einem Land, das nur Armut kennt. Malawi gehört tatsächlich zu einem der ärmsten Ländern der Welt. Umso schöner war es für mich zu hören, dass mit dem Bau alles gut klappt, die Männer eine gute Zeit miteinander haben und sie beide Dächer in 10 Tagen fertigbekommen.

Die Mauern wurden von den Einheimischen hochgezogen, das Dach ist ein Geschenk des Bautrupps. Gestern konnte ich kurz mit meinem Mann telefonieren und merkte schon, dass ihn das emotional ganz schön bewegt. In Exjugoslavien auf dem Land großgeworden weiß er, was Armut bedeutet. Aber in so einem Land bekommt dieses Wort nochmals eine ganz andere Bedeutung.




Gestern beim Tanzen fragte mich W., ob mein Mann das gelernt hätte. Nö, hat er nicht, aber irgendwie kann er alles. Ein paar Häuser hat er schon saniert, bei jedem etwas dazu gelernt und wurde dabei immer besser. Heizung installieren, Wasser- und Stromleitungen verlegen, Schornstein hochziehen, Böden fliesen, Parkett verlegen, Ständerwerke aus Rigips erstellen, Wände tapezieren und streichen, Fenster einbauen, Möbel aufbauen…..ich wüsste nicht, was er nicht kann. Nur ein Dach, das hat er noch nie gebaut. Na wurde dann ja auch mal Zeit.



Falls du dich jetzt fragst, wieso ich gestern ohne meinen Mann beim Tanzen war:

Unser Großer hat den Papa vertreten und wir hatten einen wundervollen, vor allen Dingen lustigen Abend mit Jive, Quickstepp, Disco-Fox, Rumba, Cha Cha, langsamer Walzer, Wiener Walzer, Slow Fox und Salsa.

hm

Montag, 20. Februar 2017

Mein Blind Date mit dem Leben

Gestern Abend ein Date mit zwei Freundinnen im Kino.

Eine wahre Begebenheit die von Mut, Ausdauer und einer positiven Lebenshaltung erzählt, absolut empfehlenswert. Sind es nicht die Mut machenden Geschichten, die uns motivieren? Wenn ein blinder junger Mann es schafft in einem Luxushotel eine Ausbildung zum Hotelfachmann zu absolvieren, sich und seine Träume nicht aufgibt, dann ist das für mich immer Hoffnung, dass du auch deine Träume verwirklichen kannst.


Was würde dich denn lebendig machen? Wofür schlägt dein Herz? Was macht dir Freude, was begeistert dich, wo stecken deine Fähigkeiten?

Du bist nicht geschaffen um in erster Linie zu putzen. Ok, das muss auch gemacht werden, ICH WEIß! Aber das Leben hat doch mehr zu bieten als nur aufstehen, Betten machen, frühstücken, Kinder für die Schule fertig machen, zur Arbeit fahren, einkaufen gehen, saugen, Staub wischen, Schriftkram erledigen, kochen, abwaschen, Vokabeln abfragen, Wäsche waschen, bügeln, deine Serie im Fernsehen schauen, im Internet surfen, ins Bett gehen, aufstehen, Betten machen, früh…..

Liebst du das was du tust?

Ja?

Super, dann brauchst du gar nicht weiterlesen.

Aber wenn Alltag für dich eher eintönig ist, eine Last und irgendwie zu bewältigen, dann müsstest du jetzt mal den Pauseknopf drücken und überlegen, wie und was du verändern willst.

Du musst nicht gleich eine neue Ausbildung absolvieren. Auch nicht ein Buch schreiben oder eine Weltreise starten.

Einfach mal das Leben reflektieren und das was du machst mit Leidenschaft machen. Auch das Putzen, Kochen und Einkaufen. Wenn dein grundsätzliches Lebenskonzept darauf ausgerichtet ist, deine Gaben und Talente ans Licht zu bringen und zu leben, dann läuft der ganze Rest wie geschmiert. FAST.
Beate und ich sind ja mal wieder etwas am Aushecken, es braucht noch ein Weilchen bis wir damit rausrücken, aber das macht uns gerade mal wieder lebendig, lässt uns etwas überschwänglich werden. Da müssen wir schon ein bisschen aufpassen, dass wir nicht abheben. Wobei es sich gerade schon ein bisschen wie fliegen anfühlt.

Dennoch läuft bei uns der ganz normale Alltag weiter, mit Betten machen, Wäsche waschen und so nem Kram. Gehört auch bei uns zum Leben dazu. Nur dass du weißt, dass wir auch einen Haushalt haben. Und BEIDE KEINE HAUSHALTSHILFE.

Ich mach dann jetzt mal den Rechner aus und geh ein bisschen putzen, und sing dabei.

hm

Sonntag, 19. Februar 2017

Dankbarkeit

Als Pastorenfrau bin ich es jetzt schon 25 Jahre gewohnt, dass ich sonntags meinen Mann predigen höre. Was nicht so oft vorkommt ist, dem eigenen Sohn zuzuhören.

Während mein Mann heute Morgen in Malawi einen Gottesdienst besuchte, predigte unser Großer bei uns in Appenweier. Die ein oder andere Träne musste ich mir verkneifen, als dann auch noch die Süßmaus ans Klavier ging und zum Predigtabschluss sang und spielte. Mit Stolz kann ich mein Gefühl nicht beschreiben, viel eher mit Dankbarkeit. Ist doch nicht selbstverständlich, dass die Kinder auf solch geraden Wegen eine Beziehung zu Jesus entwickeln.

Unterwegs ins Erwachsenenleben müssen sie selber entscheiden, in welche Richtung ihr Leben weiterhin verlaufen wird.

Für uns war es selbstverständlich unsere Kinder sonntags mit in den Gottesdienst zu nehmen. Jeden Sonntag. Die Frage, ob wir mal nicht gehen stellte sich nie, nicht nur, weil mein Mann Pastor ist.
Nicht selbstverständlich ist, dass sie als Teenager und Erwachsene immer noch gehen. Das können wir als Eltern unmöglich beeinflussen, das ist eben reine Gnade.

Gnade, dass unsere Kinder eine Entscheidung getroffen haben, ihr Leben mit Gott zu leben. Gott hat keine Enkelkinder, sie mussten das alleine entscheiden.

Deswegen Dankbarkeit und nicht Stolz.

Und weil wir so ein geniales Technikteam haben, sind Predigt und Lied schon online:

http://cz-agape.de/medien/online-predigten/2017-3/februar

hm

Freitag, 17. Februar 2017

Aus Fehlern lernen

Beate hat mich bei einem Telefonat auf die Frage gebracht: „Wann ist dir das letzte Mal ein Fehler unterlaufen?“ Es ging diese Woche um das Thema „Lebe entspannt“

Entspannt auch mit seinen Fehlern umzugehen müssen wir lernen. Viel lieber ärgern wir uns, verdammen oder schämen uns sogar. Ich erzählte von meinem Fauxpas vor ein paar Jahren. Als ich an einem Tag zwei Termine gleichzeitig zugesagt hatte. Eine Buchlesung in Mannheim und einen Frauenabend in Freiburg.

Dumm gelaufen und ziemlich peinlich den Veranstaltern gegenüber.

Nach dem ersten Schreckmoment gebetet, abgewägt auf welche Veranstaltung ich sollte, Beate angerufen, ob sie die Buchlesung in Mannheim übernimmt und an dem Abend in Freiburg nachhaltige Früchte geerntet.

Heute kann ich darüber lachen, vor ein paar Jahren wäre ich am liebsten im Erdboden versunken.
Wir plauderten im Kurs ein bisschen über Fehler und wie wir damit umgehen. Auch mit Fehlern in unserem Essverhalten. Passiert, geht nicht mehr zu ändern, na Schätzchen, mach dich nicht verrückt und blick nach vorne. Denn dein Leben spielt vorwärts.

Gestern Abend ist mir wieder ein Fehler passiert. Nein, er hatte nichts mit essen zu tun. Hat mich gestern noch eine Weile grübeln lassen, heute Morgen auch, dann ein gutes Gespräch mit einer Freundin und schon hab ich meine Lektion gelernt. Ich bin auch nur ein Mensch, hab gute und schlechte Tage, mache sehr oft ganz viel richtig, aber auch hin und wieder Fehler.

Und hatte ich das nicht letztens erst geschrieben? Unsere eigenen Fehler bringen uns immer wieder auf den Boden und lassen uns wissen wie menschlich wir sind, und verhindern, dass wir überheblich werden.
Fehler gehören zum Leben dazu, jeder von uns macht sie. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen und was wir aus ihnen lernen.

Na, da hab ich gestern mal wieder ganz viel gelernt.

hm

Donnerstag, 16. Februar 2017

Vier Tage Auszeit

B. drückte mir am Dienstag ihre Anmeldung in die Hand mit den Worten: „Das gönn ich mir und ich freue mich schon riesig.“

Sie hatte auf meiner Website vom Seminar im Monbachtal „Body Spirit Soul“ gelesen und überlegt, ob das evtl. etwas für sie wäre.



Natürlich konnte ich sie sehr ermutigen. Zweimal schon war ich zu so einem Seminar dort eingeladen, hinterher gab es nur positives Feedback und veränderte Herzen. Und ich glaube, die ein oder andere hat sogar ein Pfündchen abgenommen. Waren Lebe-leichter-Seminare.
Dieses Mal wird es etwas anders. Lebe leichter wird auch ein Bestandteil der Tage sein, aber der Fokus liegt auf Körper, Seele und Geist.

Vier Tage, die du dein Leben lang nicht vergisst, ein guter Anstoß dein Lebenskonzept zu überdenken, mit der Aussicht auf ein Happy End in deinem Leben.

Falls du dir also schon einmal Gedanken darübergemacht hast, ob eine Auszeit in einem Kloster mal dran ist, ein paar Wellnesstage um runterzukommen und abzuschalten, eine Pilgerreise oder sonst irgendetwas für Körper, Seele und Geist, dann halte dir den Termin vom 15. Juni bis 18. Juni frei.




Oder besser noch, du meldest dich gleich an, bevor die Plätze alle weg sind. Das Monbachtal ist eins der wundervollsten Gästehäuser, die ich kenne.

Hier ist das Anmeldeformular: http://www.liebenzell.org/gaestehaeuser-monbachtal/anmeldeformular/

Ich freue mich auf jeden Fall darauf, dich kennenzulernen. Oh, wir werden eine gute Zeit zusammen haben.

hm

Saubermachen lohnt grad nicht

Hier überschlagen sich gerade die Ereignisse. Mein Mann fliegt morgen nach Afrika, ein paar Kinder sind diese Woche bei uns vorrübergehend eingezogen, gestern bekamen wir nach einem halben Jahr endlich unser neues Auto (unser erstes Auto mit Automatik….ständig suche ich panisch die Kupplung…..), es gab noch ein paar glückliche Nachrichten für einen Sohn, ich saß das erste Mal in diesem Jahr chillend auf der Terrasse mein Gesicht der Sonne zugewandt, Vitamin D direkt auf die Haut, trainiere gerade für den Frauenlauf, der im Mai in Offenburg stattfindet, tüftele mit Beate zusammen unsere neuste Idee aus, pflücke eine Idee nach der anderen vom Himmel. Heute am Telefon waren wir beide uns mal wieder einig: „Wir arbeiten uns jedes Mal glücklich und es ist alles ganz leicht.“

Zwischendurch mache ich Krankenhausbesuche, bin Taxi für alle Kinder im Haus und versuche den Baustellendreck zu übersehen. Also so eine Baustelle im Haus hat gewisse Vorteile. Das gründliche Saubermachen lohnt einfach nicht. Wobei ich dafür momentan eh keine Zeit hätte. Gemachte Betten, staubfreie Möbel, geputzte Fenster sind sowieso überbewertet, finde ich gerade. Kann morgen schon wieder anders aussehen, aber gerade eben ist alles gechillt.

hm

Mittwoch, 15. Februar 2017

Auf der anderen Seite der Welt

Ok, ich muss es zugeben, ich bin ein bisschen wehmütig. Aber noch viel mehr freue ich mich.

Darüber, dass mein Mann gerade seine Koffer packt und am Freitag für 15 Tage nach Malawi fliegt. Nicht um Urlaub zu machen, sondern um dort mit einem Bauteam zusammen ein Dach für eine Schule zu bauen.

Wehmütig, weil ich mir natürlich von Herzen wünsche selber nach Afrika zu fliegen um „unsere“ Kinder in „unserer“ Schule in Cakuti/Angola zu besuchen.

Freudig natürlich, weil ich es meinem Mann von Herzen gönne, diese Erfahrung zu machen. Und wenn man schon so handwerklich begabt ist, dann ist es nur fair, seine Talente auch dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Aktuell setzt er sie gerade bei uns im Keller ein, nach dem Wasserschaden saniert er da unten das komplette Heizsystem und erneuert ein Badezimmer inklusive Wasserleitungen.







Ab Freitag heißt es dann bei 30 Grad auf der anderen Seite der Erdkugel weiterarbeiten. Und sicherlich wird das Team dort auch eine super Zeit zusammen haben.
Am Sonntag ist er von unserer Gemeinde „offiziell“ ausgesendet worden, bewegender Moment für alle.





Werde für 15 Tage Strohwitwe, hab meine Tage schon verplant, selber eine Woche Urlaub im Norden mit Miniarbeitseinsätzen und kaum ist er abgeflogen wird er schon wieder hier sein.

Zwischenzeitlich bin ich mit Sabine Wenz, der 1. Vorsitzenden von JAM Deutschland im Gespräch. Eine Reise nach Cakuti ist geplant, vielleicht nächstes Jahr, und wenn es passt, bin ich dabei.

Was ich gefahren noch erfahren habe:

2016 wurden alleine über Lebe leichter 17.397,80 € gespendet. Wie krass ist das denn?

DANKE an alle Lebe-leichter-Coachs, die mitgesammelt haben, an alle Teilnehmer, an dich und mich.

Wir haben 360 Kinder ein Jahr lang ernährt.

hm